1. Brief von Oscar und Renata

Extrema, 1.11.1993

Liebe Frau Renate R.,

darf ich uns vorstellen? Oscar und Renata, wir führen zusammen das Waisenheim in Extrema, Brasilien.

Von Ulff B. haben wir eine Spende von 600 DM und die Zusage von weiterer Unterstützung bekommen im Namen Ihrer Gruppe. Dafür möchten wir euch ganz herzlich danken.

Was ist unser Ziel? Wir möchten brasilianische Straßenkinder aufnehmen auf unserem Bauernhof und ihnen dort eine positive Lebenseinstellung mitgeben fürs Leben.

Wo wird das stattfinden? Auf einem Bauernhof im Süden von Minas Gerais. Wir haben dort Hühner, Kühe, Pferde, Ziegen, Gänse und Fischteiche. Haben einen eigenen Gemüse- und Obstgarten und vor allem viel Grün und Wald.

Wie möchten wir das erreichen? Durch eine aktive Teilnahme am Leben auf dem Lande. Jedes Kind wird Verantwortung übernehmen, betreut ein Tier und macht mit im Gemüsegarten. Außerdem gibt es die Möglichkeit mit Holz und Stoff zu basteln, damit Fähigkeiten angelernt werden. Betreut werden sie von uns, unterstützt von mehreren Angestellten, die alle auf dem Gelände leben.

Wann geht es los? Im Dezember kommen die ersten 8 Kinder aus São Paolo. Zuerst werden wir arbeiten mit bis zu 30 Kindern. Später werden wir zusätzlich Kinder aufnehmen während der Schulferien, damit sie Urlaub und Workshops bei uns machen können.

Wir sind überzeugt, dass wir im Stande sind, sowohl die materiellen als auch emotionellen Förderungen den Kindern bieten zu können.

Wir werden sie so lange erziehen, bis sie im Stande sind ein eigenes Leben in voller Verantwortung zu übernehmen.

Unser Bauernhof ist dafür bestimmt ein sicherer und stimulierender Platz. Ich hoffe, euch damit vorläufig ein Bild geschildert zu haben. Bestimmt ist Ulff in der Lage, jede weitere Frage zu beantworten. Wenn nicht, sind wir immer bereit, weitere Informationen schriftlich zu ermitteln.

Wir fügen eine Quittung bei für eure Spende.

Mit ganz herzlichen Grüßen,

Oscar + Renata Brenninkmeijer Benke

 

Originalbrief

Allgemeiner Brief von Oscar und Cynthia

Extrema, 1993

HELFT UNS HELFEN.

Die Vereinigung “Recanto São Francisco” ist eine karikative Gemeinschaft. Es ist unser Ziel, elternlose Kinder Brasiliens zu erziehen, in einer christlich-familiären Umgebung.

Vieles ist schon aufgebaut: drei Häuschen für Angestellte, Scheune, Fischteiche, Straßen, Zäune, Obst- und Gemüsegarten.

Das Haupthaus ist fast fertig. Der erste Bauabschnitt, mit einer Kapazität von dreißig Kinder, wird Anfang des zweiten Semesters 1993 eingeweiht. Bis Ende des Jahres werden wir bis zu sechzig Kinder aufnehmen können.

Damit eine richtige Familienatmosphäre gewährleistet wird, werden zwei Ehepaare sich 24 Stunden pro Tag den Kindern widmen. Dabei werden sie unterstützt von verschiedenen Angestellten, die aber alle auf dem Gelände wohnen werden.

Wir werden Waisenkinder, ohne Familienangehörige, im Alter bis zu acht Jahren, bevorzugen.

Wir können uns vorstellen, dass in der Zukunft auch ältere Kinder oder sogar Kinder, die körperlich oder mental behindert sind, aufgenommen werden können. Das aber erst dann, wenn die Betreuung von erfahrenen Erwachsenen übernommen werden kann, damit die Gewissheit besteht, dass das Wohlbefinden der Gruppe gewährleistet ist.

Die Kinder werden, wie alle anderen aus der Gegend, in der Stadt zur Schule gehen, damit die Integrierung in die Gesellschaft gefördert wird.

Auf unserem kleinen Kinder-Bauernhof werden die Kinder ungehemmt spielen und sich entfalten können. Die verschiedenen Aktivitäten wie Holzarbeiten, Spinnen, Weben, Nähen, Stricken, Bienen und Fischkulturen werden sie dazu anregen.

Alles, was mit Liebe gemacht wird, verstärkt den Eigenwert von Kindern, die nicht immer unter den besten Umständen aufgewachsen sind. Damit wir uns ganz den Kindern widmen, und ihnen menschliche Wärme gegen können, brauchen wir Hilfe für unsere Initiative.

Besonders interessiert sind wir an “Paten”, die sich finanziell einsetzen möchten für “ihr Patenkind”, im Recanto São Francisco. Ein Beitrag von US$ 50,- pro Monat würde pro Kind eine halbe Patenschaft bedeuten. Eine ganze Patenschaft würde dementsprechend US$ 100,- kosten.

Interessierte können das Anmeldeformular ausfüllen und uns zusenden ohne weitere Verpflichtungen. Ihre Spenden können Sie überweisen auf unser Konto. Ihre Unterstützung nehmen wir liebevoll entgegen.

Herzlichen Dank,

Oscar und Cynthia

 

Originalbrief

Erstes Schreiben der Eine-Welt-Gruppe

Leutershausen, Frühjahr 1993

Wir leben in einem Ort mit 6000 Einwohnern im Süden von Deutschland, nahe bei Heidelberg. Etwa die Hälfte der Bevölkerung ist katholisch. Unsere Jugendgruppe besteht seit 2 Jahren, wir heißen Sascha, Uwe, Margarete und Eva-Maria.
Uwe (32) und Margarete (30) sind verheiratet und haben zwei Kinder: Florian (4) und Dorothée (8).
Sascha (20) beginnt im Herbst sein Physikstudium.
Eva-Maria (17) geht im vorletzten Jahr zur Schule.
Den Verkauf führen wir seit April 92 durch, die Pfarrgemeinde unterstützt uns, aber das Kaufinteresse ist noch nicht so wie wir es uns wünschen würden. Deshalb denken wir auch, wenn wir konkret über Menschen in der „3. Welt“ erzählen können, haben die Gemeindemitglieder einen besseren Zugang und verstehen besser, warum sie ihre Lebensmittel bei uns kaufen sollten.

Brief von Frau Gisela Döbler

Liebe Frau R.,

nun habe ich endlich ein Schreiben und ein Bild von dem Waisenhaus, das in den nächsten Wochen seiner Bestimmung übergeben wird. Wie mir Oscar in einem persönlichen Brief mitteilte beginnen sie erstmal mit 30 Kindern, um alles Schritt für Schritt aufzubauen. Er schreibt außerdem, dass noch Betten, Möbel, Geschirr, Wäsche und viele kleine Sachen fehlen. Ich denke, dass die Unterstützung dieses Projektes gut und sinnvoll ist, dazu kommt, dass dieses Waisenhaus mit seiner Grundhaltung religiös fundiert ist. Es wurde ein Videofilm von dem Projekt gedreht, der noch kopiert werden soll. Sobald ich ihn in Händen habe, werde ich Ihnen den Film zuschicken.

Ich hoffe, dass es Ihnen und Ihrer Familie gut geht.

Liebe Grüße an Sie und Ihre Familie,

Gisela D.

Für weitere Fragen stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung.

 

1993_Brief_von_Frau_Gisela_D