Eine-Welt-Gruppe zu Gast im Konfirmanden-Unterricht


2014.02.14_MTB_Foto-zum-KonfirmandenunterrichtThema: Fußball – Welche Auswirkungen haben die Fußballweltmeisterschaften auf Menschen in der Einen Welt?

Am 8. Februar verbrachten die 25 Konfis einen informativen und arbeitsreichen Vormittag zum Thema „Fußball – Welche Auswirkungen haben Großereignisse wie die diesjährige Fußballweltmeisterschaft in Brasilien auf Menschen auf der ganzen Welt?“.

Nach einigen Informationen zu Brasilien bearbeiteten die Jugendlichen in Kleingruppen verschiedene Aspekte des Themas:

1. Welche Auswirkungen hat die Fußball-WM auf die Bevölkerung? Gewinner und Verlierer
Hier arbeitete die Gruppe mithilfe von Texten und Karikaturen heraus, dass vor allem die arme Bevölkerung benachteiligt ist durch Zwangsumsiedelung zum Bau von Stadien, Hotels, Verkehrsachsen und das Verbot für die Straßenhändler, während der WM in der Nähe der Austragungsstadien ihre Waren zu verkaufen.

2. Was bedeutet Sport – v.a. Fußball – für das Leben junger Menschen in Brasilien?
Am Beispiel einer jungen Brasilianerin, die in einem Straßenfußball-Projekt beteiligt ist, konnten die Konfis erkennen, dass Fußball eine Brücke zu einem geordneten Leben bilden kann: dass Jugendliche aus schwierigen sozialen Verhältnissen Ziele für ihr Leben entwickeln, Fairness im Umgang mit sich selbst und anderen erleben, Ausdauer beim Verfolgen eines Zieles entwickeln.

3. Wie und wo werden Fußbälle hergestellt und unter welchen Lebens- und Arbeitsbedingungen?
Etwa 80 % der Fußbälle auf der ganzen Welt werden in Pakistan hergestellt. Die Jugendlichen erfuhren, wie mühsam die Herstellung eines Fußballes in Handarbeit und wie bescheiden der Lohn dafür ist: 0,50 € pro Ball. Davon kann man noch nicht einmal 1 kg Reis kaufen und eine durchschnittliche 7-köpfige pakistanische Familie braucht zum Leben täglich 4 – 5 €. Das führt dazu, dass nicht nur die Eltern Fußballnäher sein müssen, sondern oft auch Kinder bei der Arbeit mithelfen müssen (-trotz des Verbotes von Kinderarbeit). Auch die schlechten Arbeitsbedingungen mit vielen überstunden, fehlender gewerkschaftlicher Vertretung, mangelndem Gesundheitsschutz schockierte die Konfirmanden.

4. Fußbälle aus Fairem Handel – nach welchen Prinzipien werden sie hergestellt?
Die vierte Gruppe lernte , wie Fußbälle auch anders hergestellt werden können, z.B. durch Talon Sports, eine pakistanische Firma, die mit der Fairhandelsorganisation gepa (Gesellschaft für partnerschaftliches Handeln) zusammen arbeitet und bei der folgende Produktions-und Handelsbedingungen herrschen: Verbot von Kinderarbeit, höhere Löhne für jeden Ball, besonderer Schutz für Frauen, Bildung und Gesundheitsvorsorge, Mitbestimmung der ArbeiterInnen in der Fußballproduktion. Solche Fußbälle – einer wurde als Beispiel gezeigt – können in Weltläden gekauft werden.

Die Pause des langen Konfi-Vormittags wurde diesmal aktiv durch Spiele mit Fußbällen gestaltet.

Nachdem sich die Gruppen ihre Arbeitsergebnisse mithilfe von Plakaten gegenseitig vorgestellt hatten, berichteten die Mitarbeiterinnen der Eine-Welt-Gruppe über ihre Arbeit, stellten einige typische Produkte aus Fairem Handel vor und auch das Kinderheim Recanto Sao Francisco, welches die Eine-Welt-Gruppe durch den Verkauf von Waren und Spenden unterstützt.

Bericht aus dem Mitteilungsblatt im Februar 2014