Weihnachtsbrief aus Brasilien 2017


Deutsche Übersetzung

Wir befinden uns im Endspurt des Jahres, einem Jahr der Konsolidierung des Projektes Arco Iris. Das Projekt ist gereift, funktioniert mit voller Kraft mit der gesamten Infrastruktur des ehemaligen Kinderheimes, welches in ein unterhaltsames und inspirierendes Ambiente umgewandelt wurde. Die Erzieher führen ihre Gruppen von einem Raum zum anderen: vom Musiksaal zum Tanzsaal, zum Werkraum, zum Informatikraum, zur Küche, vom Unterrichtsraum zur Bibliothek, zum Spielzimmer, zum Fußballplatz, zum Festsaal, zum Garten und die ganze grüne Umgebung.

Schöne Beschäftigungen erziehen auch. Mit Sport und spielerischen Aktivitäten verfeinern wir die persönlichen und sozialen Fähigkeiten. Aber das Wichtigste ist, dass jede/r sich als Teil eines größeren Ganzen empfinden kann. Jedes Individuum erhält die Möglichkeit an den Aktivitäten der Gruppe teilzunehmen oder dazu beizutragen. Das „Ich“ verwirklicht sich im „Wir“.

Wir haben mit der Verwaltung von Extrema einen Vertrag geschlossen, indem wir eine Vereinbarung unterzeichnet haben. Diese Zusammenarbeit stärkt uns nicht nur materiell, sondern auch durch die Integration in das nationale Sozialsystem.

In diesem Jahr wurde Sheila als Sozialarbeiterin in unserer Einrichtung verpflichtet. Sie ist Teil unseres technischen Teams. Sie ist die Hauptverantwortliche für die Ausrichtung der Kindertagesstätte und darin für die Einhaltung der vorgesehenen Verhaltensregeln und die Stärkung der persönlichen Bindungen.

Im Oktober endete nach 10 Jahren die Amtszeit von Svanhilt Benke als Präsidentin der Einrichtung. Sie hat diese in der Bevölkerung auf so großartige Weise von ganzem Herzen repräsentiert, wie nur sie es konnte. Sie wird weiter als Vize-Präsidentin fungieren, an der Seite des neuen Direktors, Pater Edson Gomes da Silva, der als Präsident der Associação Recanto São Francisco gewählt wurde. Irma Floridalma wurde mit dem Sekretariat betraut und Oscar Brenninkmeijer wurde zum Schatzmeister gewählt.

Die Olivenbäume werden zum ersten Mal in diesem Jahr Früchte tragen. Auch wenn es eine bescheidene Ernte sein wird, so zeigt uns die erste Blüte, dass unser Obstgarten sich bald selbst tragen wird. Wir sind zuversichtlich, dass die Ölproduktion der Einrichtung über kurz oder lang helfen wird.

Aber vor allem müssen wir einer ganz speziellen Person danken, die in diesem gesamten Prozess herausragende Arbeit geleistet hat: unserer Koordinatorin Roseli.

Die Umwandlung eines Kinderheimes in ein Projekt zur Ergänzung der schulischen Ausbildung und der Stärkung von Beziehungen war nicht einfach. Es bedurfte eines gehörigen Maßes an Hingabe, Durchhaltevermögen und Liebe, um all den letzten verbliebenen Jugendlichen des Heimes beim Übergang in die Selbstständigkeit und die Gesellschaft behilflich zu sein. Dieser Übergang verlangte von ihr bedeutend mehr Zeit, weil es Unterkunft, Anstellung und Unterhalt sicherzustellen galt. Es war eine schrittweise Ablösung unter Berücksichtigung der Bedürfnisse jedes einzelnen.

Sie trägt auch einen großen Anteil an der Umstrukturierung des Recanto. Sie war nicht nur eine eindrucksvolle und inspirierende Kraft bei der Erarbeitung und Einrichtung des Projektes Arco Iris. Als Koordinatorin des Projektes gestaltete sie es bis zu seiner heutigen Form mit, eroberte den Respekt und die Akzeptanz der ganzen Bevölkerung in Extrema, ihres Teams und im Besonderen der Kinder.

Am Ende dieses Jahres müssen wir Abschied nehmen von Roseli. Ein Abschied, der uns einerseits traurig zurücklässt, der uns andererseits mit Dankbarkeit erfüllt für alles, was sie für uns getan hat, für die Einrichtung und für die Kinder. Sie wird neue Herausforderungen außerhalb des Recanto annehmen.

Vom neuen Jahr an wird Irma Floridalma, die schon 3 Jahre während der Zeit des Kinderheimes hier gearbeitet hat, die neue Koordinatorin des Projektes Arco Iris sein. Wir heißen die Gemeinschaft der barmherzigen Franziskaner von Joanopolis willkommen, deren Mitglied sie ist und die zusammen mit ihr die Arbeit mit den Kindern fortsetzen wird.

Wir möchten auch allen für die Hilfe und die Kraft danken, die wir von so vielen Personen und Organisationen erhalten haben, ohne die unsere Arbeit niemals so positiv verlaufen wäre.

Im Namen des ganzen Teams und der Kinder des Recanto São Francisco wünschen wir
Frohe Weihnachten und Segen und Schutz für 2018